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Green Web

Warum Websites mehr Emissionen verursachen als Sie vielleicht denken

Das Internet ist längst kein rein virtueller Raum mehr, sondern hat sehr reale Auswirkungen – auch ökologische. Mit knapp 4 % der weltweiten Treibhausgasemissionen ist der digitale Sektor für eine ähnlich große Umweltbelastung verantwortlich wie der gesamte globale Flugverkehr. Rund 7 % des weltweiten Stromverbrauchs entfallen auf digitale Technologien.

Dabei entstehen Emissionen nicht nur beim Betrieb einer Website, sondern bereits bei ihrer Erstellung. Vor allem durch den vermehrten Einsatz von KI fällt dieser Aspekt zunehmend ins Gewicht. Durch häufige Relaunches wird dieser Entwicklungsaufwand regelmäßig wiederholt.

Für uns als Agentur ist das kein abstraktes Thema: Fast 60 % unserer Kunden thematisieren Nachhaltigkeit auf ihrer eigenen Website. Was also auf der inhaltlichen Ebene bereits gelebt wird, muss auch in der Entwicklung von Websites konsequent mitgedacht werden.

Grafik zur Verteilung digitaler Emissionen: Rechenzentren 15 %, Netzwerke 19 % und Endgeräte 66 %.

Wie lassen sich Website-Emissionen ermitteln?

Websites verursachen Emissionen in erster Linie durch den Stromverbrauch, der entlang der gesamten Lieferkette anfällt – von den Servern über die Netzinfrastruktur bis hin zu den Endgeräten der Nutzer:innen. Der größte Anteil davon entsteht mit ca. 66% bei den Endgeräten, was hauptsächlich auf deren energieintensive Herstellung und kurze Nutzungsdauer zurückzuführen ist. Basis für die Abschätzung der Emissionen ist in der Regel der Stromverbrauch pro Seitenaufruf.

Emission Benchmarks

~1.000 Aufrufe
1 kg CO₂: 🚗 1 km Autofahrt — ☕ 1 Tasse Kaffee (inkl. Anbau, Transport) — 🧺 1 Ladung Wäsche bei 60°C
~100.000 Aufrufe
100 kg CO₂: 🚗 100 km Autofahrt — 🥩 1 kg Rindfleisch (Produktion) — ✈️ 1 Flug Wien–London für 1 Person
~1 Mio. Aufrufe
1 t CO₂:
🚗 1.000 km Autofahrt — ✈️ 1 Flug Wien–New York für 1 Person — 🔥 3 Monate Heizen einer Wohnung (Gas)
~10 Mio. Aufrufe
10 t CO₂:
🏭 Herstellung eines neuen Mittelklasse-PKW — 🇦🇹 Jahresemissionen eines durchschnittlichen Österreichers — 🏠 Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses (Heizung + Strom)

Was das für Ihre Website bedeutet

Typischerweise entstehen pro Seitenaufruf nur wenige Gramm Emissionen, doch dieser Wert summiert sich bei Websites mit hohem Traffic schnell: Mit mehreren Millionen Aufrufen pro Jahr ergeben sich jährliche Gesamtemissionen von einigen Tonnen. Zum Vergleich: Das ist in etwa die selbe Größenordnung wie der jährliche CO₂-Fußabdruck eines durchschnittlichen Österreichers.

Wie lässt sich der Energieverbrauch reduzieren?

Bei der Entwicklung von Websites gibt es eine Reihe an Prinzipien, um ökologische Auswirkungen möglichst gering zu halten. Eine der umfassendsten Sammlungen solcher Prinzipien sind die Web Sustainability Guidelines (WSG), die vom World Wide Web Consortium (W3C) erarbeitet wurden. Sie umfassen über 250 Richtlinien und sind deshalb besonders relevant, weil W3C-Guidelines häufig auch die Grundlage für rechtliche Rahmenbedingungen bilden – so wie etwa die Barrierefreiheitsrichtlinien, die seit Juni 2025 im Rahmen des European Accessibility Acts verpflichtend wurden.

Solutions

Design, Development und Lifecycle als Stellschrauben

Vergleich eines Originalbildes mit 768 KB im JPEG-Format und einer optimierten Version mit 43 KB im WebP-Format.

Design

Gestalterische Optimierungen

Schon beim Design von Websites kann – in aller Regel durch Reduktion von Datenmengen – ein beträchtlicher Teil an Emissionen vermieden werden. Videos haben nahezu immer den größten Einzeleinfluss auf die Emissionen einer Website. Ein einziges Video beansprucht meist mehr Datenvolumen als die gesamte restliche Seite zusammen. Ähnlich verhält es sich bei Bildern: Sie sind für rund 50 % des übertragenen Datenvolumens verantwortlich. Durch bewussten Einsatz und optimierte Formate lassen sich hier signifikante Einsparungen erzielen. Der nebenstehende Vergleich zeigt das anschaulich: Durch Weichzeichnung des Hintergrunds, ein modernes Bildformat und entsprechender Komprimierung konnte die Dateigröße des Ausgangsbildes um 94 % verringert werden.

Grafik zum Green Hosting der Website über Google Cloud.

Development

Technische Optimierungen

Technisch gesehen sind die wirkungsvollsten Maßnahmen die Wahl eines Hostings aus erneuerbaren Energiequellen ("Green Hosting"), konsequentes Caching zur Reduktion wiederholter Serveranfragen sowie Dateikomprimierung, um Übertragungsgrößen stark zu reduzieren. Viele dieser Maßnahmen überschneiden sich mit Prinzipien aus den Bereichen Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung, die wir bei pixelart bereits standardmäßig umsetzen. Schnelle, schlanke und zugängliche Websites sind also gleichzeitig auch nachhaltigere Websites.

Illustration einer Website mit verschiedenen Inhaltsbereichen.

Lifecycle

Langfristige Planung

Websites werden im Durchschnitt alle 2-3 Jahre erneuert – in den meisten Fällen weil sie gestalterisch oder technisch obsolet werden. Vollständige Relaunches verursachen jedoch beträchtliche Emissionen, die sich durch langfristige Planung vermeiden lassen. Wir setzen daher auf möglichst zeitlose Designs und solide, wartbare technische Strukturen, die über Jahre hinweg erweitert werden können. Der Leitsatz "Reduce, Reuse, Recycle" gilt für uns auch im digitalen Bereich.

Our Approach

Unser Ansatz: drei Prinzipien für nachhaltige Websites

Wir übertragen nur, was wirklich gebraucht wird.

Wir optimieren alle Daten, die wir bereitstellen.

Wir unterstützen auch ältere Geräte.

Screenshot des Sustainalyzers mit Problemen zur Nachhaltigkeit einer Website und detaillierten Hinweisen zur Reduzierung der Bildnutzung.

Was pixelart beiträgt

Zur konkreten Bewertung von Websites entwickeln wir eigene Werkzeuge und Berechnungen zur Optimierung. Ein solches Werkzeug ist etwa der Sustainalyzer, der Designer:innen in der Gestaltung emissionsarmer Designs unterstützt. In Fallbeispielen konnten wir zeigen, dass durch gezielte Verbesserungen – ohne wesentliche Veränderungen der Ästhetik – Emissionseinsparungen von bis zu 67 % möglich sind. Bei Websites mit hohem Traffic entspricht das einer Reduktion um mehrere Tonnen CO₂eq pro Jahr.

Das Internet wächst, und mit ihm wächst sein ökologischer Fußabdruck. Wer Nachhaltigkeit als Wert ernst nimmt, kann auch die eigene digitale Präsenz daran ausrichten – und dabei gleichzeitig bessere Erfahrungen für alle schaffen.

Übrigens: Diese Seite verursacht ca. 65% weniger Emissionen als eine durchschnittliche Website.

Hätten Sie's bemerkt?

Martin Holler
Senior Digital Designer

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